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Ernsthafter Spass – Serious Fun

Archiv für die Kategorie “Spiel und Spass”

Spieletipp: Battletech

Ein Traum wird wahr?

Wie man an meinen Star Raiders-Zeichnungen unschwer erkennen kann, bin ich als Jugendlicher – in Form von SF-Romanen, und noch früher mit japanischen Zeichentrickfilmen – mit der Mecha-Welt in Kontakt gekommen und fand diese gigantischen Kampfmaschinen faszinierend.

Das zugrundeliegende Brettspiel Battletech und den Live-Rollenspielableger Mechwarrior habe ich zwar nie gespielt, sehr wohl aber die meisten Computerspielumsetzungen. Das begann schon auf dem Commodore 64 mit The Crescent Hawk’s Inception gefolgt von den Action-Simulatoren Mechwarrior 1-4 und den Echtzeittaktiktiteln Mechcommander 1&2.

Mechcommander 2 und was daraus wurde¹ ist bis heute eins meiner Lieblingsspiele und an diesem Standard muss sich nun das Rundentaktikspiel Battletech von Harebrained Games messen lassen.

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Battletech ist ein klassisches Rundentaktikspiel. Die einzelnen Missionen sind in eine Kampagne eingebunden die eine hinreichend motivierende Geschichte von einer um ihre Herrschaft gebrachte Thronerbin eines kleinen Reiches an der Peripherie der Inneren Sphäre erzählt und die den Spieler und seine Kompanie für ihren Feldzug gegen den Intriganten anheuert. Die Hintergrundgeschichte ist nichts Besonderes aber als Rahmen für ein Taktikspiel völlig in Ordnung. Abseits der etwa 20 Kampagnenmissionen (hab nicht mitgezählt) die sehr abwechslungsreich gestaltet sind und deren Schwierigkeitsgrad für meine Ansprüche genau richtig ist – der steigt langsam von Mission zu Mission ohne jemals unfair zu werden – kann man sich an einem unerschöpflichen Vorrat an zufallsgenerierten Nebenmissionen austoben. Hier stößt man allerdings recht bald auf Wiederholungen desselben Schemas mit nur marginalen Variationen, es gibt nur eine Handvoll unterschiedlicher Missionstypen, manchmal mit optionalen Sekundärzielen auf verschiedenen Welten zu unterschiedlichen Tageszeiten. Die jeweiligen lokalen Bedingungen wie Hitze/Kälte oder Schwerkraft wirken sich auf die Spielweise aus, auf heißen Planeten überhitzen die Mechs schneller, man sollte also eher Projektilwaffen mitbringen und bei niedriger Schwerkraft können die Kampfkolosse zwar weiter springen, fallen bei Beschuss aber auch schneller um.

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Jeder fängt mal klein an: erste Mission nach dem Tutorial

Die einzelnen Kampfrunden sind in Initiativphasen aufgeteilt, je höher die Initiative desto früher ist der Mech an der Reihe. Leichte Mechs haben eine hohe Initiative, und können auch eine Runde aussetzen um im der nächsten als Erste dranzukommen, überschwere Mechs (Assault-Klasse ab 80t) kommen immer am Rundenende dran.

Beim Anvisieren eines Gegners erscheinen Trefferwahrscheinlichkeiten bei den einzelnen Waffen, man kann für jede Waffe bestimmen ob sie abgefeuert werden soll oder nicht. Das ist nicht nur bei geringer Trefferchance oder um Munition zu sparen angebracht, auch die Hitzeentwicklung lässt sich so unter Kontrolle halten. Steigt die Temperatur über einen bestimmten Schwellenwert wird die interne Struktur beschädigt, bei erreichen der Höchsttemperatur schaltet der Mech ab und kann erst in der nächsten Runde neu gestartet werden.

 

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Die Startlanze: Spider, Shadow Hawk, Black Jack, Vindicator (v.l.n.r.)

Bei jedem erfolgreichen Missionsabschluss sammelt man neben Credits auch Ausrüstung und Mechteile ein, das Verhältnis zwischen Bezahlung und Bergerechten lässt sich mit dem Auftraggeber vereinbaren, man kann auch auf Belohnung verzichten und dafür mehr Reputation einsammeln, was sich in besseren Preisen in den Geschäften der jeweiligen Fraktion niederschlägt und heiklere Missionen freischaltet.

Und so arbeitet man sich von Mission zu Mission hoch, immer auf der Jagd nach Geld, Prestige, besserer Ausrüstung und Mechteilen – wenn man 3 gleiche Chassisteile gesammelt hat, flickt der Bordingenieur daraus einen neuen Kampfkoloss zusammen.

Die Piloten sammeln Erfahrungspunkte welche auf die vier Kategorien Gunnery, Piloting, Guts und Tactics verteilt werden und bis zu drei von acht Spezialfähigkeiten freischalten, beispielsweise mehrere Ziele bei einem Angriff aufs Korn zu nehmen oder Ziele außerhalb des Sichtbereichs mit den Sensoren anzuvisieren, um deren Ausweichwert zu senken und für eine Runde sichtbar und damit zB für Langstreckenraketen-Salven angreifbar zu machen. Nebenbei steigen passive Fähigkeiten wie Trefferwahrscheinlichkeit, Reichweite, Stabilität oder die Hitzetoleranzschwelle.

Die Kampagne ließe sich wohl in etwa 30 Stunden durchspielen, ich habe aber viel mehr Nebenmissionen gespielt als nötig gewesen wäre weil ich auf der Jagd nach einem Marauder-Mech war den ich in einem Preview-Missionsvideo gesehen hatte. Bis ich zu meiner großen Enttäuschung schließlich in Erfahrung brachte, dass dieser Mech wie auch der Warhammer gar nicht im Spiel ist weil da ungeklärte Copyright-Schwierigkeiten gibt.

Neben Mechs und den Pilotenfähigkeiten wird auch noch etwas anderes im Lauf der Kampagne ausgebaut, aber ich will hier keine Storyelemente spoilern.

Noch kurz zu den technischen Aspekten: die Grafik ist okay, vor allem die Mechs sind gut detailliert und animiert während die Umgebung eher zweckmäßig als schön aussieht. Auch sind die Landschaften sehr steril, es bewegt sich nichts außer den missionsrelevanten Einheiten, keine Bäume knicken unter den Beinen der Mechs, die nicht einmal in einer Schneelandschaft Fußspuren hinterlassen. Das können auch die Wettereffekte nicht wettmachen.

Die unaufdringliche Musik und die Soundeffekte gehen in Ordnung, auch wenn manche Waffengeräusche teilweise eine Spur wuchtiger sein dürften. Den Spielfluss stören völlig unnötige Wartezeiten, denen man mit einem Texteditor zu Leibe rücken kann, ich habe nur die Audio-Verzögerungen reduziert, die Geschwindigkeit der Mechs fand ich realistisch. Auch die zufällig auftretende ‚Cinematische Perspektive‘, die zum Teil auch erratische Kamerawinkel produziert, kann man im Optionsmenü abstellen.

Kurz bevor ich die Kampagne fertig gespielt hatte ist noch ein größeres Update erschienen, dass neben einstellbaren Schwierigkeitsoptionen auch für die Spielgeschwindigkeit einen ’schnellen Modus‘ mitbringt, der die Wartezeit zwischen den eigenen Zügen stark reduziert, dafür sehen die Kämpfe wie im Zeitraffer aus. Das Update bügelt viele kleinere Unzulänglichkeiten aus, etwa reagiert das Interface schneller und eine steigende Zahl an Spielständen lässt nicht mehr den ganzen Managementteil des Spiels immer träger werden.

Fazit

Battletech ist ein gelungenes Rundentaktikspiel und praktisch Pflicht für Mechfans, andere Strategen und Taktiker können wahrscheinlich auch bessere Spiele finden. Die größten Kritikpunkte wurden mit dem ersten Update großteils beseitigt. Ich habe viel Spass beim spielen gehabt, etwas mehr Abwechslung bei den Söldneraufträgen und lebendigere Missionsgebiete hätten das Spiel noch besser gemacht.

Die Fachpresse beurteilt Battletech mit einem Durchschnittswert von 78/100 Punkten laut Metacritic, es ist gut und hat noch Potential nach oben, was sich mit meiner persönlichen Einschätzung deckt.

Die Modderszene hat sich dem Spiel natürlich auch schon angenommen, auf Nexusmods finden sich schon einige Modifikationen, es scheint sich ein Standard mit Modloader und ModTek-Mods zu etablieren, eine Anleitung und Links dazu stehen bei GitHub zur Verfügung.

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Der voll ausgebaute und gefüllte Mechhangar nach Kampagnenabschluss

Letzte Worte

Auch wenn es bei einem Kriegsspiel seltsam klingt, kam es durchaus zu witzigen Situationen wie etwa als ein Commando, einer der kleinsten Mechs, einen Nahkampfangriff auf meinen mehr als doppelt so schweren Shadow Hawk startete, ihm also einen Tritt ans Schienbein verpasste, der Pilot daraufhin eine verächtliche Bemerkung machte und den kleinen Rotzlöffel nächsten Zug mit einem einzelnen Schuss aus seiner Autokanone in 25 Tonnen in der Umgebung verstreutes Altmetall verwandelte.

Zum Abschluss als kleiner Ausblick und Teaser noch eine Zerstörungsorgie vom gerade auf nächstes Jahr verschobenen Mechwarrior 5: Mercenaries, bei dem auch Solospieler die Steuerung ihres Lieblingsmechs wieder selbst in die Hand nehmen können.

 

 

¹ Diese seltene Gelegenheit für ein Lob an Microsoft darf man sich nicht entgehen lassen: Rechteinhaber Microsoft den Source Code von Mechcommander 2 2006 ‚geshared‘ und das Spiel wurde seither von einer kleinen Community behutsam weiterentwickelt und mit neuen Kampagnen ausgestattet, die teilweise in Sachen Umfang und Komplexität die meisten kommerziellen (also zumindest praktisch alle die ich kenne) Echtzeit-Taktikspiele armselig aussehen lassen. Es gibt die beiden Entwicklungszweige Mechcommander Omnitech und MC2X, die untereinander nicht kompatibel sind. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an magic und wolfman, als Stimme aus einer kleinen Fangemeinde der dieses Spiel bis heute viel Freude bereitet.

Quellen: Wikipedia, reddit, Gitub, Youtube, hardlight.net, mx2c.net

 

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Sternschaun? Viel zu hell!

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Foto: Autor

Eines der netteren Dinge die das Internet hervorgebracht hat sind Lolcats und deshalb hab ich mich mal an einer eigenen versucht.

Ich setze das stillschweigende Einverständnis der Katze zur Veröffentlichung voraus, immerhin ist eine automatische Gesichtserkennung für Katzen soweit ich weiß noch nicht von Google & Co geplant.

Damit dies kein ansonsten völlig sinnloser Blogeintrag bleibt noch ein paar Astronomielinks:

-das Astronomiefoto des Tages bei der NASA, auch in deutschsprachiger Version verfügbar

-einer meiner Lieblingsblogs, nicht ausschließlich zu Astronomie sondern auch andere interessante Themen

-um tiefer in die Materie einzusteigen ist die Seite Astronomie Wissen inklusive Lexikon hilfreich

-aktuelle ESA-Nachrichten

-hier noch ein erst kürzlich entdeckter deutscher Astronomieblog.

Anmerkung: Ich wollte noch einen Link zu einer schlichten Seite auf der man laufend die aktuellen Statusdaten vieler Weltraummissionen sehen kann reinstellen, kann die aber grad nicht finden. Vielleicht weiß ja ein Leser welche Seite ich meine und schreibt einen Kommentar.

Redshirts: It’s worse than that – he’s dead, Jim!

Obwohl ich mich nicht als Trekkie bezeichnen würde, mag ich Star Trek ganz gerne, kannte allerdings die 2012 erschienene Parodie „Redshirts“ von John Scalzi bisher noch nicht, der Roman hat sowohl den Hugo als auch den Locus Award 2013 gewonnen, dürfte für Sci-Fi Freunde also durchaus lesenswert sein.

Der amerikanische Sender FX-Network plant nun jedenfalls auf Grundlage dieses Buchs eine Mini-Fernsehserie. Das kann ja heiter werden, hoffentlich schafft es die Serie über den Atlantik.

Übrigens gab es Redshirts schon in der Steinzeit, das nannte sich damals Stone Trek. Viel Vergnügen.

 

Quellen:
en.wikipedia.org
news.cnet.com
newgrounds.com

 

 

X Rebirth – Dann doch lieber Retro

Als alter Hobby-Raumpilot verfolgte ich gespannt die Entwicklung des neuen X – Rebirth mit dem die deutsche Spieleschmiede Egosoft ihre etwas sperrige Weltraumsimulation einem breiteren Publikum zugänglich machen wollte. Ursprünglich wohl als Konsolentitel entwickelt – und abgelehnt – ist es Mitte November für PC erschienen.

Glücklicherweise bin ich nicht auf die Marketingkampagne hereingefallen, und am Wochenende bevor ich es eventuell gekauft hätte, hab ich dieses Review entdeckt:

X Rebirth – Worth a Buy?

Vorsicht! Wer so wie ich leicht zu erheitern ist, sollte nichts essen oder trinken während er oder sie sich das Video anschaut, damit der Monitor sauber bleibt. Ich hab mich jedenfalls fast kaputtgelacht.

Der schottische Dialekt ist zwar etwas ausgeprägt, dennoch ein sehr witziges Review. Die offiziellen Wertungen von deutlich unter 50% Spielspass bestätigen diese Ersteinschätzung. Ich hab mir dann die X3-Sammlung (der nicht mehr ganz frische aber inzwischen gut gepatchte Vorgänger, für den auch viele Modifikationen der Community erhältlich sind) zusammen mit einem neuen Flightstick gekauft, und dafür weniger bezahlt als diese üble Neuerscheinung kostet. X3 – Reunion hatte ich vor einigen Jahren schon mal angespielt, bin aber nicht sehr weit gekommen, da ich damals eine Storymission einfach nicht schaffte (dazumals war das Teil auch noch etwas verbuggt), was wohl auf den damals nicht vorhandenen Joystick zurückzuführen war. Maus- Tastatursteuerung ist zum fliegen halt doch nur ein Notnagel.

In meiner Freizeit genieße ich nun Terran Conflict, das zwar sehr gemächlich anfängt, nach der Einarbeitung jedoch ungeahnten Spielspass entfaltet. Zur Abrundung kann man sich hier das Intro ansehen.

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